Genealogie Hornik - Müller von der prenneter Mühle

Familienforschung Hornik - Böhmerwald

Müller von der Prenneter Mühle

 

Forschungsgebiet

Mein Interessengebiet ist das Dorf Alt-Prennet auf der Herrschaft Kauth im ehemaligen Böhmen, im Grenzgebiet Bayerischer-Wald und Böhmerwald gelegen, und hier insbesonders die um die Jahre 1708/1712 erbaute prenneter Mühle ("Teuflsmühl", oder tschechisch "Certovsky ml.", auch "Wampertenmühle") der Familie Hornik. Dabei handelte es sich um eine eingängig erbaute Mahl-Mühle, die später um eine Brettschneidsäge ergänzt wurde. 1940 besaß sie zwei oberschlächtig angetriebene Wasserräder, die aus einem Stauwehr/Weier versorgt wurden.

Die beiden Hausnamen haben nebeneinander existiert, wobei auf bayerischer Seite der Name "Toifl Mühl" und auf böhmischer Seite der Name "Wambeten Mühl" gebräuchlich war (belegt für die Zeit um 1770).
Der Hausname "Wampertmühle" beruht wahrscheinlich auf der körperlichen Eigenschaft eines früheren Müllers, der wohl sehr beleibt war. Die Herkunft des 'bayerischen' Hausnamens "Teufelsmühle" ist dagegen nicht mehr sicher feststellbar. Die drei gängigen Herleitungen sind:

  • Legenden: Schmuggler, die sich bei der Mühle die Gesichter schwarz gefärbt haben, um von den Zöllnern nicht erkannt zu werden, und dann wie "Teifeln" aussahen.
    Oder, andere Variante: (die Mühle liegt nahe des Handelsweges Furth i.W. - Taus) Räuber und Wegelagerer verkleideten sich als Teufel und kamen so, durch die erschreckten Händler, die ihre Ware auf der Flucht verloren, oder einen Teil der Ware den Teufeln anboten, zu ihrer Beute. Anschließend flohen die Räuber in Richtung des Mühlberges und versteckten sich dort. Seither nennen die Händler die Mühle "Teufelsmühle".
  • Der Name wird 1770 als "Toifl Müll" geschrieben; nun ist 'toif' mundartlich für teuff, was wiederum für Tiefe steht. Es könnte also die 'tiefe/tiefgelegen Mühle' bedeuten. Dieser Annahme steht aber entgegen, daß es gerade nicht die Altprenneter waren, die die Mühle so nannten (und für die die Mühle tatsächlich tiefer lag - nämlich ca. 30-40m unter Altprennet), sondern die Bayern, aus deren Sicht (aus der Cham-Further-Senke kommend) die Mühle höher lag.
  • Die "offizielle" Herleitung: Der Name kommt von Deufeln, mundartlich plur. für Daufel, dem nach außen gerichteten Blatt des oberschlächtigen Wasserrades.

Zu Prennet (auch "Brennet") - gelegen im Böhmerwald, an der Grenze zur Oberpfalz, - gehören die Dörfer Altprennet (gegründet wahrscheinlich zwischen 1585 und 1620, durch die Stadt Taus), Neuprennet (vor 1654, durch von Lammingen), und Kleinprennet (um 1702). Weiterhin die Einöden Traxelberg, Drahthäuser und die Dampfsäge (zu Neuprennet), Hoanlloh, Silberberg (=Silberhäuseln) und Bärenloh (zu Kleinprennet), und schließlich die Wampertmühle (zu Altprennet).
Später wurden noch die Orte Deutsch-Kubitzen und Plassendorf eingemeindet, sowie 1938 die Orte Kohlstätten und Pelechen.
Siehe auch diese Übersichtskarte (350KB-©Bayer. Vermessungsverwaltung), oder diese Ortsverzeichnisse.


 

Zentrale Daten zur 'Teufelsmühle'

 
  • 1708 - Das Oberamt Kauth erteilt die Genehmigung zur Errichtung eines Hauses unterhalb von Altprennet - direkt an der Grenze zu Bayern in Höhe von Furth i.W. - am 'Einsiedelbach' dem Wolfgang Hornickh von der Dräxlsmühle und seinem Eheweib Maria Magdalena, Tochter von Alexander (Grattner), Soldat aus Furth i.W.:

    "Von ambts- und obrigkeitswegen ist umb Besser Herrschaftlichen Nutzen willen dem Wolfgang Hornickh von der Dräxlsmühl Ein Herrschaftlicher Platz alldorthen nach 6 Klafter überlassen. Und darbey Ihme Erstbenambsten Hornikh absonderlichen noch 1 Schnur Herrschaft. Grundt allda, [...]
    [...] das widerholter Hornikh nicht allein von solchen Ihme überlassenen Herrschaft. Platz zu Ewigen Zeiten Jährlichen und aines jeden Jahrs Besonndert allwegen zu Galli zu Einem Bestandigen Züns 1fr 30x in die Herrschaftlichen Renthen zu bezahlen [...] schuldig und verbunden sein solle; wohingegen erstbenanter Hornickh befugt ist, auf solch an sich gebrachten Platz jedoch auf seine aigene (Kosten) ein Häusl auf zu Erbauen [...]"

  • 1712 - Gehemigung aus Chodenschloß zur Errichtung einer Mühle:

    "Von Obrigkeitl. Amtswegen, ist umb Bessern Herrschaft. Nutzen willen, dem Wolff Hornickh von der Drexels Mühl, in den Herrschaft. Waldt unter Alt Prennet, an den Einsiedl-Bach nechst der bayrrischen Gränitz, Ein Platzl 6 Klafter Breith undt 12 Lang zu erbauung Einer Mühl mit einen Gang, nebst 2 3/4 Schnur Grundt, in den nechst daran stoßenden bayrischen Verhau eingeraumet worden, [...]
    So baldt solchene Mühl auferbauet - und gangbahr seyn wird, [...] eines Beständigen Grundtzünß jährl. 8fl [..]", "[...] daß besagter Wolf Hornik von solcher seiner Mühl weder Contribution geben, noch einige Einquartierung tragen oder ausstehen dürfe, wie dann die beede Dorf Gemeinden Alt- und Neu-Prennet mit Ihme weder in gemein noch andere Sachen im geringsten nichts zu schaffen noch zu befehlen haben sollen.", "Gegen entrichtung aber des Zünses werden Ihme die Inwohnere des Dorf Kubitzen - als welche ohne dem auf frembder Herrschaft bis anhero mahlen müssen - zu Mahlgästen angewiesen. [...]"

  • 1740 - Hofübergabe an den Sohn Andreas (*1708).
  • (1745) - Klarstellung der Rechtsverhältnisse:

    "Umb besseren Herrschaftlichen Nutzen willen wurdte dem Wolff Hornickh v. Kleinprennät bereits etlich Jahren durch meine () antecessores Ein platzl allda auf den herrschaftlichen Grundt und Bodten umb sich hierauf Eine Mühl auf zu führen und in standt zu setzen, Von herrschafts wegen ausgemessen und Eingeraumbt, gleich wie aber selbter bies hero mit keiner herrschaft. Versicherung versehen gewesen, mithin heuth unten geseztem dato allhiesig - Hochgräf. ambt (gehors.) (infloriret) ihme Eine umb besserer sicherheüth Hoch(gdigen) Herrschaft selbsten das allodium Dominicale hiermit Expresse reserviret wirdt; [...] Herentgegen wirdt Er gehalten seyn nit nur in regognitionem allody Dominicallis bey verallienierung v. jeden Gulden (...?). sondern auch annue und zwar () Georgy 4fl und Galli auch so viell in Conformität des urbari in allem aber 8 fl Mühlzins in hiesiges Rhentambt zu zahlen und abzuführen wohingegen ihme erlaubet bey diesem Häusl 5 Rindl Vieh in die Hutweydt aus zutreiben und zu füttern. [...]"

  • 1794(sic!) - Hofübergabe an den Sohn Wolfgang (*1756). [Im Grundbuch ist diese Hofübergabe tatsächlich erst 1794 eingetragen worden. Es ergibt sich aber aus dem Text, daß der Vater Andreas Hornik schon seit längerer Zeit verstorben ist.]
  • 1808 - Hofübergabe an den Sohn Michael (*1788).
  • 1834 - Hofübergabe an den Sohn Josef (*1809)
  • 1837 - Genehmigung zum Bau einer "Brettschneidsäge" bei der Mühle.

    "Laut oberamtl. Protocolls [..] und hochobrigkeitl. Ratification [..] ist dem Joseph Hornik die Erbauung einer neuen Brettschneidsäge bewilligt, und ihm gestattet worden den itzt bestehenden Mühlbach 60 Klafter im obrigkeitl. Wald beim Gränzstein No. 78 vorbey auf diese Brettsäge leiten zu dürfen; [...]"

  • Hofübergabe an den Sohn Anton (*1837)
  • (um 1920) Hofübergabe an den Sohn Karl. Er verstirbt jedoch früh. Seine Witwe heiratet Robert Gruber, der das Sägewerk weiterführt.
    Der einzige Sohn von Karl Hornik fällt mit 21 Jahren im Krieg.
  • um 1941 ist das Sägewerk mit allen Gebäuden abgebrannt. Es wurde wieder aufgebaut.
  • um 1947 sind alle Gebäude abgetragen worden.
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