Genealogie Hornik - Müller von der prenneter Mühle

Glossar1 von oftmals lateinischen Ausdrücken

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actualiter
der Wirklichkeit nach
Actuarius
Schreiber, Gerichtsdiener
actum
geschehen, verhandelt
allda
hier; an dem vorher bezeichneten Ort
alldorten
dort; an dem vorher bezeichneten Ort
allhier
hier; an dem vorher bezeichneten Ort
allodium, allod
Vollgut, Gut in vollem Eigentum, freies Vermögen
Alt-Prennet
Dorf in der Tschechischen Republik (ehem. Böhmen), auf der Linie Domažlice (Taus) - Furth im Wald, direkt an der Grenze zu Bayern gelegen. Heutiger Name Starý-Spálenec (andere Schreibweisen: Starý-Prenet, Prenneth, Altbrennet).
Anflug
im Forstwesen: junges, aus dem Samen wild anwachsendes Nadelholz.
anni currentis
dieses Jahres, d. laufenden Jahres
annue
jährlich, jedes Jahr
Annuität
jährliche Zahlung zur Tilgung einer Schuld.
a., ao., anno
im Jahre
a priori
aus dem Früheren, Vorhergehenden schließen; von vornherein
Aufwahrtung
Bedienung, Dienst, auch: einen Kranken pflegen.
authore (Authentizität)
Echtheit, Glaubwürdigkeit, Zuverlässigkeit [?]
Baumann
Bauer oder Ackermann
Behuf
Zweck, Vorteil, Nutzen, Belang, Bedarf
Bescheid
Entscheidung im gerichtlichen Verfahren.
Bestandwiesen
von den Bauern gepachtete Wiesen der Herrschaft
bona fide
in gutem Glauben
Calculum
gerechnet, geprüft
Choden
abgeleitet vom böhmischen Wort choditi=gehen; erste namentliche Erwähnung Anfang des 14.Jahrhundert. (1144 erste Erwähnung von angesiedelten Grenzgängern.)
Bauern, die auf böhmischer Seite an den Grenzwäldern nach Bayern angesiedelt wurden und die Aufgabe hatten die Grenzen zu 'begehen'.
Das Gebiet der tauser Choden im heutigen Landkreis Domazlice (Taus) umfasste 11 Dörfer, die entlang der Grenze von der Senke bei Vseruby (Neumarkter Senke) bis zum Cerchov (Schwarzkopf) lagen: (Pocinovice (Putzeried), Chodska Lhota (Melhut), Mrakov (Mrakov), Klicov (Klitschau), Tlumacov (Tilmitschau), Straz (Hochwarth), Ujezd (Aujezd), Drazenov (Drasenau), Chodov (Meigelshof), Klenci (Klentsch), Postrekov (Possigkau)). In Friedenszeiten hatten die Choden darauf zu achten, daß die Bayern weder ihr Vieh auf die böhmische Seite trieben, noch im Grenzwald Holz schlugen; weiterhin mußten sie Handelskarawanen und Reisende sicher durch den gefährlichen Grenzwald bis zur Landesgrenze (Zollstation) begleiten. In Kriegszeiten mussten sie Verhaue und Schanzen bauen, Wachmannschaften stellen, und Soldaten einquartieren und versorgen.
Im Gegenzug waren sie zum Teil oder ganz von Steuern und Roboten befreit, sie konnten über ihren Besitz frei verfügen und besaßen eine gewählte Selbstverwaltung.
Seit dem 16.Jahrhundert verloren die tauser Choden mit abnahmender Bedeutung ihrer Tätigkeit immer mehr ihrer Rechte und Freiheiten, und 1621/1668 wurden ihnen schließlich alle Freiheiten durch den Gutsherrn von Lamingen aberkannt. Dies führte zum Aufstand der Choden (besser gesagt ein Zwist, der durch Advokaten bis vor den Kaiser getragen wurde) gegen den Gutsherrn, der erst 1695 - mit der Hinrichtung des chodischen Anführers - beendet wurde.
Chodenschloß
Erstmalig 1349 urkundlich erwähnt. Das Schloß zu Taus diente den Choden bis 1563 und wieder seit 1612 bis 1668 als Aufbewahrungsort ihrer wichtigsten Urkunden und Privilegien. Es war Sitz des Chodengerichts, Versammlungsort und Wohnung für den Burggrafen oder Hauptmann, den Richter und den Schreiber.
1612 wurde es neu aufgebaut, 1671 kam es in den Besitz der Stadt Taus.
1676 ließ Freiherr von Lamingen bei Trhanov ein neues Schloß erbauen, welches fortan das Chodenschloß genannt wurde.
Consens
Bewilligung
Contract
Vertrag
Contrahenden
Vertragspartner
Contribution
Kriegssteuer; zur Finanzierung eines Krieges erhobene Zwangsabgabe.
Pfennig, siehe Geld.
defunctus
der Verstorbene
dominikal
herrschaftlich
eingeantwortet / Einantwortung
Übertragung von Rechten an Sache oder Personen mit den damit verbundenen Rechten und Pflichten an eine andere Person. Z.B. eine Hinterlassenschaft, die an einen Erben, aber auch z.B. ein Mündel, daß an einen Vormund übergeben wird.
ebenda
am gleichen Ort
Einquartierung
Zwangsweise Unterbringung von Soldaten oder Wachmannschaften.
Entract
-?-
expresse
ausdrücklich
Fahrniß, pl. Fahrnüsse
bewegliche Güter; fahrende Habe. Im engeren Sinne: Der Hausrat, und andere zum beweglichen Gut gehörende Stücke, insbesondere Landwirtschaftliche Geräte.
fl
Gulden, siehe Geld
Folio
Blatt
Fristen
auf einen Termin setzen, ein regelmäßiger (Zahlungs-)Termin, Zahlungen in Raten.
Gagelhenn
Hochzeitsbrauch. Frühstück jeweils im Hause der Braut und des Bräutigams für die jeweiligen Verwandten, bevor beide Gruppen mit Musik zum Wirtshaus ziehen, und von dort gemeinsam zur Kirche.
Galli
Zinstermin, 16. Oktober. (Gallus, Gally)
Galtvieh, Galtrind
siehe Goltvieh
Gang
Bei Mahl-Mühlen:
1. Das sämtlich zu einem Mühlrad gehörende Getriebe heißt ein Gang. "Eine Mühle von drey Gängen".
2. Die Handlung, bei der das Getreide und Mehl durch den Rumpf geht, oder auf den Stein geschüttet wird. "Die Spitzkleye kommt vom ersten Gang, das Griesmehl vom zweyten, das Mittelmehl vom dritten".
Gefährde
Arglist, vorsetzlicher Betrug. Bspl in Vertragstexten: "Treulich und ohne Gefährde".
Geld
2 1 Gulden (Reichsmünze) = 60 Kreuzer, 1 Kreuzer = 6 Pfennige.
1753-1857 Conventionsmünze; der Wechselkurs fl Rmz zu fl Cmz verändert sich im laufe der Zeit sehr stark.
Georgi
Zinstermin, 24. April (Georg, Georgy).
Goltvieh, Goldvieh, Galtvieh, Galdrind u.ä.
Vieh (meißt Kühe, aber auch Ziegen) die noch nicht trächtig waren; oder zu alt sind um Milch zu geben.
Kann auch männliches Vieh meinen; also alles Vieh, das keine Milch gibt.
Graßerey
Grasnutzung, Abhauen des Grases mit der Sichel.
Grummet
Graß
Gulden
siehe Geld
Gütler
siehe Söldner
Haber
Hafer
Halsgewand
Allgemein Oberbekleidung, Kleid (In Ehe- und Erbkontrakten ist hier oft das beste "Sonntagskleid" der Frau gemeint).
Kann auch Halsschmuck bedeuten.
Häusler
ein 'Kleinstbauer', der nur einen schmalen Streifen Boden um sein Haus herum besitzt. Auch "Trifthäusler": Das Regenwasser, welches vom Dach tropft, kennzeichnet die Grenze des Eigentums.
Herbergsleute
Inleute, Inwohner, verheiratete Landarbeiter, die beim Hofe wohnten. Teils in eigenen Wohnungen, teils "auf der Stuben", d.h. gemeinsam mit dem Bauern auf der selben Stube.
heunth
heute
Hofgrößen
Einteilung der Höfe nach ihrer Größe: ganzer Hof, 1/2-Hof, 1/4-Hof, ...
Holzgeld
Für die Erlaubnis Brennholz aus dem herrschaftlichen Wald zu holen zu zahlendes Geld.
Hutweide
Weide im Besitz der Gemeinde, auf dem alle Bauern der Gemeinde ihr Vieh weiden lassen konnten (wobei dieses Recht zumeist auf eine bestimmte Anzahl Rinder und/oder auf eine festgelegte Fläche begrenzt war). Das Vieh wurde durch einen Gemeinde-Hirten gehütet (=> hut).
inferiren
einbringen (Hochzeitsgut)
inferirt
eingebracht (Hochzeitsgut)
influieren
einfließen
Inleute
---
Inwohner
---
ipso facto
"durch der Tatsache selbst", eigenmächtig
itzt
jetzt
Joch
2 Die Fläche Ackerland, welche mit zwei Ochsen an einem Joch an einem Arbeitstag gepflügt wird. Feldmaß; entspricht 1600Quadratklafter, 5754m²; 0,5754ha.
Johannis
Zinstermin, 24. Juni. (Johanni, Johanny)
Kasten
Dachboden, oder Gebäude zur Lagerung von Getreide; Getreidespeicher.
Klafter
2 Längenmaß: 1,8965m, oder 6Fuß.
Kontrahenten
Vertragspartner
Koppengeld
Kopfgeld - eine "pro-Kopf"-Steuer.
kr, x, xer
Kreuzer, siehe Geld
Laudemium
Abgabe an den Grundherrn
leidige Sucht
Pest (1680)
Leinbaum
Spitzahorn
Leuthum
Regelmäßige Abgabe des Hofübernehmers an den Hofübergeber. Meist in Form von Lebensmitteln und Nutzungsrechten an Gebäuden, Wiesen, ...
Leuthumer
Ruheständler; alter Bauer, der seinen Hof an den Sohn übergeben hat.
Manngeld
Lehngeld; vom Lehensmann jährlich zu zahlendes Geld für ein Lehen, ein Stück Land.
Maßl
als Getreidemaß: siehe Strich
Metzen
2 als Feldmaß: entspricht 533Quadratklafter, 1/3Joch.
als Hohlmaß: nötige Menge Getreide zur Aussaat auf einer bestimmten Ackergröße (=1/4 Viertel [?]).
Molitor
Müller
Monate
September: 7ber, 7bris
Oktober: 8bris
November: 9ber, 9bris
Dezember: 10ber, 10bris, Xber, Xbris
Mühlzwang
Text
oberdeutsch
oberdeutsche Mundart, die im süden des deutschen Sprachraumes gesprochen wird (z.B. bairisch, schwäbisch).
Pifang
z.B. "Aussaat auf drei Pifang von dem Feld": meint eine Fläche von drei Ackerfurchen Breite, die sich über das ganze Feld erstreckt.
pratore
(ggf. von Prätor: Verwalter, Richter, Statthalter, Bürgermeister?
Quadratklafter
2 Flächenmaß: 3,5966m², oder 36Quadratfuß
Ratifikation
Genehmigung, Bestätigung, Vollziehung
Rentenamt
Amt, das die Wirtschaftsführung und die Abgaben- und Steuereinhebung wahrnimmt.
Robot
arbeiten (Scharwerk, Frondienst), die die Untertanen jährlich dem Grundherren unentgeldlich zu leisten haben.
rustikal
untertänig unter die Grundherrschaft
Schanz
Hindernis, zumeist aus Gräben bestehend; Verteidigungsanlage im offenen Gelände, ergänzt durch Verhaue in Wäldern oder auf Paßstraßen..
Scharwerk
siehe Robot
Scharwerkgeld
Anstelle der Arbeit gezahltes Geld
Schnur
2 als Feldmaß: entspricht 600Quadratklafter (im Chodengau), 3/4Strich, ca. 21a75m².
als Längenmaß: (um 1780) im Chodengau 1Schnur = 24Klafter = 72Ellen; im künischen dagegen 1Schnur=40Klafter.
Seegbaum, Sägbaum
Allgemein ein Baum, aus dem sich Bretter sägen lassen.
Söldner
ein 1/16-Bauer. Siehe Hofgrößen
Species Taler
Spezies, 'harter Taler', Spec. (1Spec.T. = 2fl. (1753))
die Stift
'Pachtgeld', siehe stiften
stiften
Jemanden auf ein Gut stiften, ihn in Genuß desselben setzen, namentlich als Pächter, Mieter.
Stifter
Lehensnehmer, welcher die Stift zu entrichten hat. Insb. Übernehmer eines Gutes per Übergabe oder Erbfolge.
stipulirten, stipulation
zugesagtes; durch mündliche Vereinbarung rechtswirksam werdender Vertragsabschluß.
Strich
2 als Feldmaß: entspricht 800Quadratklafter.
als Getreidemaß: 1Strich gehäuften Maßes = 107,6Liter, 1Strich gestrichenen Maßes = 93,6Liter. 1Strich gestr. = 4 Viertel = 16Maßl. (auch Scheffel?).
Strick
als Feldmaß: wie 'Schnur'
Tagfahrt
auswärtiger Termin des Gerichts zur Abhandlung einer Sache vor Ort; anberaumte gerichtliche Verhandlung.
Teichel, Teuchel
Hölzerne Wasserleitungen, mit denen Wasser von einer Quelle oder Bach zu anderen Grundstücken, oder Häusern geleitet wird.
titulo pleno
voller Titel; mit vollem Namen
ut supra, u.s., uts.
wie oben
veralienieren
veräußern (an einen Fremden; im Gegensatz zur Weitergabe an den Sohn z.B.)
Verhaue
Barrikaden. In Kriegszeiten wurden die Grenzwälder und Paßstraßen durch Verhaue unpassierbar gemacht.
Verlassenschaft
Hinterlassenschaft
vide, vid.
siehe, man sehe
Viertel
als Getreidemaß: siehe Strich.
Wittib
Witwe
Wittiber
Witwer
x, xer, kr
Kreuzer, siehe Geld
Zugehör
alles, was mit dem (Kauf-)Gegenstand in ständiger Verbindung ist.

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1) Dieses Glossar enthält im Wesentlichen nur solche Begriffe, die mir bei der Durchsicht der Grundbücher begegnet sind. Somit beziehen sie sich nur, wenn nichts anderes gesagt, auf das Gebiet der Herrschaft Kauth.
2) Angaben zu Maßen und Münzen sind mit Vorsicht zu genießen, da es hierbei viel zu viele regionale und zeitliche Unterschiede gibt.

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